Island

Islandreise 2009

Christoph

12 Juli

Nach Norden II

Die Nacht im Auto haben wir gut überstanden und wachen zwischen den Schafen und ein paar Sonnenstrahlen auf. Da wir Campingtechnisch noch nicht gut gerüstet sind beschließen wir unser Frühstück am Weg zu uns zu nehmen und schließlich gelangen wir an den Strand von St. Peter Ording, wo wir (nach 12€ Gebühr für 500m Strasse zum Strand) noch eine gute Stunde durchs Watt wandern bevor wir am Restaurant im Watt Fischbrätchen und Kaffee konsumiern.. Um 30€ erleichtert und nicht wirklich guten Gefühl im Bauch fahren wir weiter. Unterwegs kommt mir in den Sinn, einen Abstecher nach Sylt zu machen. Es liegt quasi am Weg und die Gelegenheit sollte man nutzen. Mit dem “Sylt – Shuttle” gehts von Niebül per Autozug auf die Halbinsel. Ernüchterung macht sich breit, Westerland ist überlaufen und wir sehn nur Kitsch und Ramsch. Weiter nördlich gehen wir an den Strand, dieser ist wunderschön doch starker Regen und Wind lassen uns nur kurz verweilen. Da es auch eine Fähre von Sylt nach Dänemark gibt beschließen wir als kleinen Vorgeschmack mit der Fähre nach Nordsøen überzusetzen. Die Fahrt dauert ca. 45min und ist eher unspektakulär. In Ribe scheint es Zeit für den heutigen Stop. Der Ort gefällt uns von Beginn sehr gut trotz des schlechten Wetters. Wir beziehen Quartier in der Jugendherberge und nehmen aufgrund des starken Regens das nächst beste Restaurant.

Pfahlbau am Strand von St. Peter-Ording an der Nordsee  Holzpfähle im Watt an der Nordsee bei EbbeWatt bei Sankt-Peter-Ording

Unterwegs zur Fähre – Blick durch die verregnete WindschutzscheibeBlick vom Zug  Strandkörbe am Weststrand von Sylt, gesehen von den DünenStrand von Sylt

Sylt-Fähre am Anleger im Wattenmeer   Ortseingangsschild Dänemark mit den Tempolimits Fähre von Sylt nach Havneby (Dänemark)

13 Juli

Übers Land nach Hanstholm

Am Morgen scheint für uns wieder die Sonne und so unternehmen wir einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt von Ribe.

Altstadtgasse in Ribe, Dänemarks ältester Stadt Straßencafés in der Altstadt von Ribe mit DomtürmenRibe

Wir fahren gemütlich Richtung Hanstholm. Unterwegs erledigen wir noch den Einkauf für die Verpflegung auf der Fähre.

In Hanstholm leere ich noch den Reservekanister um mit dem isländischen Zoll in keinen Konflikt zu geraten. Als wir am Campingplatz eintreffen herrscht schon reges Treiben. Das Zelt ist schnell aufgestellt bevor wir einen wunderschönen Spaziergang am Strand genießen.

 Dünenlandschaft an der dänischen Nordseeküste bei Hanstholm Camping in Hanstholm

14 Juli

Auf die Fähre

Nach unserer ersten Nacht im Zelt vom Campingplatz in Hanstholm beginnen wir die Sachen wieder im Auto zu verstauen. Dies nimmt einige Zeit in Anspruch und zeigt schon die ersten Mängel der Innenkonstruktion mit den 3 Platten für eine gerade Schlaffläche und den Kisten, welche sich darunter befinden: Es sind immer nur zwei Kisten zugänglich, um an die anderen Kisten zu gelangen muß immer alles übrige Gepäck aus- oder umgeladen werden und die Holzplatten entzurrt und verschoben werden.

Am Hafen angekommen checken wir auch gleich ein und bezahlen „extra fee“ für unsere 1,97m Überhöhe. Nach dem Einschiffen und dem Verstauen der Sachen in unseren separaten (männl./weibl. getrennt) Kabinen geht’s auch schon los. Bestes Wetter verleitet zum Sonnenbad an Deck – auch ohne Sonnencreme aber voller Sehnsucht nach dem fernen Land.

Auffahrt auf die Fähre MS Norröna in Hanstholm Passagiere an Deck der Norröna beim Ablegen Sonnendeck der MS Norröna mit Blick aufs Meer

15 Juli

Überfahrt mit der MS Norröna

Der Tag an Borad zieht sich. Essen, lesen und nickern den ganzen Tag vor uns hin.

Abendstimmung an Deck der Norröna auf dem NordatlantikAn Deck

 Ankunft in Tórshavn, Färöer Rote Holzhäuser mit Grasdächern am Hafen von Tórshavn Leuchtturm und Festung Skansin in Tórshavn Thorshavn, Faröerinsel

Die Fähre Norröna (Smyril Line) im Hafen von Tórshavn MS Norröna in Thorshavn

16 Juli

Ankunft in Island!

Am ersten Tag konnte unseren Erkundungsdrang nichts bremsen: Es ging rein ins Hochland, nach Askja und Kverkfjöell. Auf dem Weg dorthin bewältigten wir – sehr zur Freude Christophs – gleich 18 Furten. Außerdem bot sich uns ein landschaftlich überwältigendes Bild. Umringt von erstarrten Lavafelsen bewegten wir uns staunend zum Gletscher. Dort angekommen wehte uns ein eisiger Wind um die Nase, Nebel trübten die Aussicht. Wir wollten also die Atmosphäre dieses Ortes einsaugen, danach aber machten wir uns auch schon wieder auf den Rückweg – nach Askja, wo wir für die erste Nacht in Island unser Zelt aufschlugen.

Am Morgen danach wanderten wir zum vielgepriesenen Viti Krater und den an diesen angrenzenden See. Der Weg dorthin war geprägt von zwei Farben: schwarz (Lava und Asche) und weiß (Schnee). Der Krater selbst bot schließlich nicht nur optisch seinen Betrachtern Genuss, sondern rief sich auch über den Geruchssinn in Erinnerung. Schwefelige Dämpfe als Begleiterscheinung, ganz wie es sich für heiße Quellen gehört! Ein Ausflug der sich mehr als gelohnt hat!

17 Juli

Hochland auf der F88

Am zweiten Tag führte uns die Hochlandpiste F88 durchs Land. Dabei gab es vor allem die nahtlos aneinander grenzenden Gegensätze in der Landschaft zu bestaunen: Saftigtes Grün und karge Ödnis treffen unmittelbar aufeinander. Eine Zeit lang begleitete uns auf dieser Strecke auch “die Breitschultrige” – Islands berühmtester Tafelberg Herdubreid.

Land Cruiser auf dem Weg ins isländische HochlandAskja Am Kraterrand der Askja mit Blick auf den Víti-Kratersee Viti Krater

Lavafeld unter tiefen Wolken im isländischen Hochland Weg zum Viti Krater  Tafelvulkan Herðubreið über der schwarzen Lavawüste Mount Herdubreid

Weite Schwemmebene eines Gletscherflusses im Hochland Wasserfall vor dem Tafelberg Herðubreið Grüne Ebene mit Flusslauf und fernen Bergen  F88Grasland und Vulkankegel im Nordosten Islands F862 Richtung Dettifoss

Im Anschluss wollten wir uns zweien (in jedem Reiseführer erwähnten) Fixpunkten zuwenden: Den Wasserfällen Sel- und Dettifoss. Während ersterer vor allem durch seine offene und weite Lage zu entzücken vermag, beeindruckte uns Dettifoss vor allem durch seine Wucht an Wassermassen.

Basaltschlucht der Jökulsá á Fjöllum unterhalb des Selfoss  Wasserfall Selfoss in der Schlucht Jökulsárgljúfur Selfoss

Gischt und Regenbogen am Dettifoss  Dettifoss – Europas wasserreichster Wasserfall Dettifoss

Nach einer kurzen Jause sollte auch Bruno etwas Sprit bekommen, weshalb wir die nächste Tankstelle in Asbyrgi ansteuerten. Auch wenn diese Tatsache an sich nicht erwähnenswert erscheint, soll sie hier aus 2 Gründen dennoch stehen: sie beinhaltete für uns eine 1) lehrrreiche und 2) unangenehme Seite.

ad 1) An vielen (!) Tankstellen in Island gibt es zwar die Zapfsäulen, aber niemand im Häuschen daneben, der für die Übernahme des Zahlungsvorganges verantwortlich ist. Kurz: Es gibt statt dessen neben den besagten Säulen einen Automaten, an dem mit Kreditkarte VORbezahlt wird. D.h. … solange man den PIN für diese Kreditkarte hat. Was zu Punkt 2, der unangenehmen Seite dieser kurzen Anekdote führt …, denn wir hatten diesen PIN nicht.

ad 2) So machte sich Christoph also auf zur netten Dame hinterm Tresen, um sie um Rat zu fragen. Dort erhielt er auch die oben erwähnten lehrreichen Informationen, und so wollten wir uns danach unverrichteter Dinge wieder davon machen ……. wenn da nicht noch die zu Beginn eingesetzte Zapfsäule in Bruno gesteckt wäre. So verbrachten wir noch eine gute Weile an der Tankstelle, um den Schaden eventuell irgendwie zu begleichen – wurden aber schließlich von einer entnervten Grill-Mitarbeiterin (wer kann es ihr verübeln) entlassen …

Unser Zelt bauten wir am Campingplatz des Asbyrgi Nationalparks auf.

18 Juli

Husavik – Akureyri – Myvatn

Unser Weg führt uns auf der F85 entlang der Küste nach Husavik, dem bekannten Ausgangspunkt für Walbeobachtungs-Trips. Wir machen einen kurzen Bummel durch den Hafen und erledigen den Einkauf bevor wir weiter Richtung Akureyri fahren.

Silhouette am Fjord bei Húsavík im Gegenlicht Skjálfandi-Bucht mit verschneiten Bergen bei Húsavík Richtung Husavik

Hafen von Húsavík mit roten Holzhäusern Husavik

 Nebel über dem Eyjafjörður

In Akureyri nehmen wir unser Lunch, bestehend aus zwei “Panini” in einem “Kaffi” zu uns. Danach ist Sabine im Shoppingfieber. Bevor nicht ein paar unbedingt notwendige Einrichtungsaccessoirs besorgt wurden konnte die Reise nicht fortgesetzt werden.

 Akureyri am Eyjafjörður unter Wolken Blick auf Akureyri

Auf der Ringstrasse fahren wir Richtung Myvatn und machen Halt beim Godafoss. 

Goðafoss – der Wasserfall der Götter Godafoss

Am Abend treffen wir in Myvatn ein, die Landschaft ist sehr schön, wenngleich nicht so faszinierend wie man aufgrund der bisherigen Informationen vermuten würde. Dafür ist die Gegend von Touristen überlaufen . Mit Glück bekommen wir noch eine Unterkunft in einem Guesthouse, 100,—€ für ein 8m² Zimmer und Bad am Gang. Dafür haben wir aber vom Frühstückszimmer den See direkt vor uns und genießen den Ausblick. Nach einem kleinen Spaziergang am See geht der Tag zu Ende.

Frühstücksblick auf den Mývatn Blick auf den Myvatn

19 Juli

Vom Myvatn – zur F98 ins Hochland

Wir nehmen den Track westlich des Sellandafjalls und fahren Richtung Süden. Der Weg führt erst durch Wiesen und wird nach und nach steiniger, bis wir querfeldein mitten durch die Lavafelder fahren. Je weiter es geht, um so anspruchsvoller wird die Fahrt. Für die ersten 60km benötigen wir gute vier Stunden. Im gleichen Tempo geht es dann weiter über die F98 weiter Richtung Süden zum Dyngjujoekull. Auf der F910 der Gaesavatnleid fahren wir entlang des Gletschers teils durch extrem steiniges Gelände, als auch durch breite, sandige Flußbette – welch zum Glück alle sehr wenig Wasser führen.

Land Cruiser auf erstarrter Fladenlava am Mývatn Land Cruiser J9 mit Schnorchel auf dem Lavafeld Piste F98 durch die graue Ebene ins Hochland Fahrspuren am Fuß eines Vulkankegels Wegweiser an der Hochlandpiste neben dem Land Cruiser Land Cruiser in verzweigten Schmelzwasserrinnen Ausgewaschene Sandrinnen bis zum Horizont F910 Gaesavatnleid (Süd)Pistenmarkierung auf der schwarzen Sandebene Dunkle Lavarücken über der Ebene Land Cruiser im Lavafeld des isländischen Hochlands F910 Gaesavatnleid (Süd)

Ca. auf Höhe des Kistufjell beenden wir ziemlich erschöpft den Tag. Wir versuchen den Griller anzuheizen, doch die Kälte und der starke Wind machen selbst dem Grillanzünder zu schaffen. Nach ein paar Anläufen und mit Hilfe des Gaskochers gelingt es uns schließlich die Kohle anzuheizen und so schaffen wir es doch noch, unser mariniertes Schweinefleisch köstlich zu grillen.

Rast auf der Sprengisandur-Piste mit Wasserkanistern Kochen vor, und schlafen im Auto

20 Juli

F26 Sprengisandyr – Reykjavik

Die doch eher beschwerliche Tour setzen wir am Morgen fort. Hoprig und steinig gehts teilweise im Schritttempo voran.

Reifenreparatur am Land Cruiser auf der Sprengisandur Allmorgendliches Nachfüllen des Reifendrucks links vorn

 Steinmännchen als Wegzeichen im Hochland Schwarze Aschehügel mit Altschneefeld F910 Gaesavatnleid

 Blick durch die Windschutzscheibe auf Schneefelder und Lava Steinmännchen mit Blick über Gletscherseen und Berge F910 Gaesavatnleid

An der F26 angekommen fühlen wir uns wie auf der Autobahn.

 Wegweiser der Hochlandpiste F26 Sprengisandur Sandsturm über der Piste am Rand des Hochlands Moosbewachsenes Lavafeld vor einem Tafelberg F26 Sprengisandur

 Da an dieser Stelle für uns das nördliche Hochland abgeschlossen ist und wir als nächstes Reykjavik besuchen möchten, beschließen wir noch am selben Abend direkt nach Reykjavik zu fahren. So machen wir Halt an der nächsten Raststation, genehmigen uns einen Kaffi und Bruno bekommt wieder ordentlich Luft in die Reifen gepumpt. So gehts zügig auf der Asphaltstrasse weiter, schon bald treffen wir auf die Ringstrasse und gegen 19h sind wir schon in Reykjavik. Wir fahren direkt ins Zentrum und suchen ein Gästehaus. Während der Suche kommen wir am Hotel am Plaza City Center Hotel vorbei und wollen eigentlich nach dem Weg fragen. Frage nach einem freien Zimmer und siehe da, wir bekommen ein Zimmer für 107,—€ pro Nacht mit Frühstück – super! Wir beschliessen zwei Nächte zu bleiben und verstauen unsere Sachen am Zimmer.

Am Abend speisen wir vorzüglich im Restaurant “Fish Market”. Exzellente Küche, doch die drei Vorspeisen, drei Hauptspeisen und eine Nachtischvaration liegen dann doch schwer im Magen.

21 Juli

Reykjavik

Wir genießen einen wunderschönen sonnigen Tag beim Bummeln und verharren in Straßenkaffees. Ein Frisörbesuch steht ebenfalls am Programm.

Fahrt durch die beflaggte Innenstadt von Reykjavík Einkaufsstraße Laugavegur in Reykjavík  Einkaufs(Touristen)strasse in Reykjavik

 Bunte Häuser am Stadtteich Tjörnin in ReykjavíkDenkmal vor einem Regierungsgebäude in Reykjavík

22 Juli

Westküste – Husafell – F578 entlang des Eiriksjoekull und Langjoekull

Nach einer kleine Stadtrundfahrt durch Reykjavik fahren wir die Ringstrasse entlang Richtung Norden und ab Borgarnes Richtung Osten nach Husafell. Der dort geplante Tankstop hat allerdings wieder so seine Tücken, wie bereits am Myvatn geht auch hier nichts ohne PIN. Obwohl uns ein netter Herr für unser restliches Bargeld Sprit einfüllen lässt, müssen wir ein Stück retour bis Reykholt. Dort kaufe ich eine Prepaid Karte für N1 Tankstellen und hoffe so das Problem mit dem fehlenden PIN gelöst zu haben.

Bis zum Arnavatn ist die Strasse sehr gut, ab dann wird es wieder ziemlich rauh und es geht teilweise wieder äußerst langsam vorwärts.

Rote Strandpflanzen an der Westküste Islands Richtung Husafell

 Furt über einen Fluss auf der Piste bei Húsafell Lavafeld vor dem Gletscher Eiríksjökull Steinmännchen vor dem Eiríksjökull F578 zur F35Land Cruiser vor einer Furt auf der F578 Schotterebene mit Langjökull am Horizont Steinige Hochlandpiste F578 Richtung Langjökull F578 zur F35Fahrspur durch die Steinwüste am Langjökull Holprige Piste aus Sicht der Motorhaube Wegweiser „Stórisandur“ an der Hochlandpiste

Auf der Stórisandur fahren wir noch ein Stück nach Süden, bevor wir an einem Fluß unser Zelt aufschlagen.

23 Juli

F735 Havravellir – Kerlingarfjoell – entlang der Sanda nach Gullfoss

Am Morgen schneit es und der starke Wind macht das Aufstehen nicht leicht. In Windeseile packen wir die Sachen ein und bauen das Zelt ab. Im Auto wird es schnell warm und in Hvravellir freuen wir uns auf ein Frühstück. Da der Wirt aber total ausverkauft ist bleibt uns ein Becher Kaffee und ein Joghurt. Da die Verbindung für die Kreditkartenabrechnung nicht funktioniert bekommen wir den Kaffee umsonst und bezahlen mit unseren letzten Münzen den Joghurt.

 Heiße Quellen und Sinterterrassen in Hveravellir Dampfende Thermalfelder im Geothermalgebiet Hveravellir Hvravellir

 Dampfender Sinterkegel in Hveravellir Türkisblauer heißer Quelltopf im Dampf Hvravellir

Unser Weg führt uns wieder ab von der Haupstrasse Richtung Kerlingafoell, in Gjufurleit machen wir erneut Pause mit der Hoffnung auf Nahrung, leider haben wir auch hier kein Glück und so fahren wir ab Joekulkvisl weiter über die Piste Richtung Süden. Wir freuen uns über das prächtige Wetter und die wunderschöne Landschaft.

 Verzweigter Gletscherfluss vor den Kerlingarfjöll Sanda

Am späten Nachmittag treffen wir am Gullfoss ein, nach kurzer Rast im Gullfoss Kaffi genießen wir die Eindrücke am imposanten Wasserfall.

 Gullfoss – der doppelstufige Wasserfall von oben Tosende Kaskade des Gullfoss Gullfoss

Gischtwolke über der Schlucht am Gullfoss Gullfoss

Am Abend schlagen wir unser Zelt in Geysir auf. Zum ersten mal wird am “großen” Gaskocher gekocht.

24 Juli

Geysir – Linuvegur – Haifoss – Landmannahellir

Nachdem unser Zelt abgebaut und alle Sachen verstaut sind schießt Sabine noch ein paar Photos vom bereits jetzt überlaufenen Geysir.

Ausbruch des Geysirs Strokkur  Geysir

Wir fahren vorbei am Gullfoss und biegen rechts auf die Linuvegur Piste, eine schöne Strecke mit ein paar Furten. 

 Klarer Fluss mit Steinen im Hochland Moos- und Graslandschaft im Süden Islands Grüne Weite mit Schneeberg im HintergrundLinuvegur

Am Ende der Linuvegur befindet sich der Haifoss, ein imposanter Wasserfall –  zu unserer Freude abseits der Touristenströme.

 Háifoss – einer der höchsten Wasserfälle Islands Haifoss

Auf der F26 fahren wir erst ein Stück nach Osten um zu Tanken, dann wieder retour zum malerischen Hjalparfoss. Am Weg zur F225, der “Landmannaleid” stoppen wir noch am Tröllkonuhlaup, einem breiten aber derzeit wenig Wasser führendem Wasserfall.

Doppelwasserfall Hjálparfoss zwischen BasaltsäulenHjalparfoss Flusstal mit Wasserfällen und blühendem FelsenTröllkonuhlaup

Die Landmannaleid ist ein absolutes Highlight, eine fast unwirklich anmutende, vielfältige Landschaft.

Bunte Rhyolithberge und Lavafeld bei Landmannalaugar Dunkle Vulkanhügel auf dem Weg nach LandmannahellirLandmannaleid (F225)

Wir zweigen ab auf die Landmannahellir, wo wir es uns am Zeltplatz gemütlich machen.

25 Juli

Landmannalaugar – Eldgja – Lakagiva Lava – Vik

Von Landmannahellir starten wir nach Landmannlaugar. Ein total überlaufener Ort, an dem sich unzählige Wanderer treffen – von individualistischem Reisen keine Spur. Wir fahren weiter, es beginnt kurz ein Schneetreiben inmitten dieser einzigartigen, malerischen Landschaft.

Grün überzogene Berge mit Flusslauf am FjallabakLeuchtend grünes Moos an einer Quelle in der Eldgjá Weiter Blick vom Pass über das Lavaland Richtung SüdenLandmannalaugar – Eldgja

Von Eldgja wandern wir in ca. 15 Minuten zum Ofaerufossar

 Wasserfall und Furt in einem grünen HochlandtalEldgja – Ofaerufossar

Nach dem kurzen Spaziergang fahren wir über die F208 zur Ringstrasse und weiter nach Vik. An der Tankstelle mit Souvenirsupermakrt herrscht wieder Massentourismusatmosphäre. Wir wollen den Ort schon verlassen, doch wir finden ein nettes kleines Hotel abseits der Touristenströme und wollen vorerst eine Nacht bleiben. Am späteren Nachmittag machen wir noch einen kleinen Ausflug nach Dyrholaos um die kleinen putzigen Puffins (Papageientaucher) zu besuchen und einen Blick auf die Basaltsäulen und die Höhle zu werfen. Die Sonne scheint und die warmen Steine verleiten uns zu einem kleinen Nickerchen am Strand. So genießen wir den Nachmittag, bevor wir wieder zurück nach Vik fahren.

 Felsnadeln Reynisdrangar vor dem schwarzen Strand bei Vík  Basaltsäulen-Höhle Hálsanefshellir am Strand Reynisfjara Felszinnen und Basaltsäulen mit Höhle in Dyrholaos (bei Vik)

 Papageitaucher auf einem Felsen in Island Puffin

26 Juli

Vik – Gigjoekull – Porsmörk – Seljalandsfoss – Vik

Ein regnerischer Tag, den wir gemütlich bei einem Frühstück im Hotel beginnen. Unser heutiger “Sonntagsausflug” führt uns zum Seljalandsfoss (zuerst nur ein kurzer Stop da zuviele Leute) und weiter über die F249 nach Porsmörk. Am Weg dorthin fahren wir über den Wanderweg zum Gigjoekull, der Gletscher reicht bis in den unter ihm entstandenen See.

 Gletscherzunge Gígjökull mit GletscherseeGigjoekull

Über zahlreiche Furten erreichen wir das malerische Porsmörk. Wir fahren noch ein Stück entlang des Flusses, bevor wir wieder umkehren.

Dunkle Schluchten im Þórsmörk unter dem Gletscher Gletscherfluss bei Þórsmörk aus dem Auto gesehen Porsmörk

Am Rückweg wird nun der Seljalandsfoss genauer begutachtet. Über einen kleinen Weg erreiche ich den für ein Photo wohl optimalen Platz um den Seljalandsfoss trotz Camping- und Parkplatz in einem idyllischen Licht erscheinen zu lassen.

 Seljalandsfoss – Wasserfall vor grüner FelswandSeljalandsfoss

Am Abend speisen wir im Hotel Lammfilet und Lachsforelle.

27 Juli

Vik – Lakagigar Lava – Laki – Skaftafell

Nach einem letzten Frühstück im Hotel Lundi brechen wir auf Richtung Laki. Zuerst relativ zügig auf der Ringstrasse, bevor wir auf die F206 abbiegen und gespannt der Kraterkette entgegenruckeln. Ab der Stelle, an der sich die Strasse gabelt beginnt der landschaftlich spektakuläre Teil durch die erst 1783 zuletzt aktive Kraterlandschaft.

Wir machen Halt und besteigen den 818m hohen Berg Laki. Die Aussicht vom Gipfel ist faszinierend und wunderschön. Der starke Wind lässt uns nur kurz verweilen, die halbe Stunde Aufstieg war es allemal wert.

Laki-Lavafeld mit Kratern unter grauem Himmel  Weite Lavaebene der Lakagígar mit Gletscher am HorizontPanorama vom Laki

Flussebene mit grünen Terrassen vor den Laki-Bergen  Moosbedecktes Lavafeld mit klarem Bach Fahrt durchs Lakagigar Lava Gebiet

   Am Abend schlagen wir unser Zelt am Campingplatz im Skaftafell Nationalpark auf.

Gletscherberge des Vatnajökull über grüner Heide in Skaftafell

28 Juli

Svartifoss – Jökulsarlon – Höfn

Die Sonne scheint, im Zelt wirds warm – so beginnt der Tag. Nach Eierspeise und Bohnen in Tomatensauce wandern wir zum Svartifoss, einem Wasserfall inmitten einer Basaltsäulenformation. Dies ist wohl kein Geheimtipp, es tummeln sich hier jede Menge Leute. Schnell ziehen wir wieder ab und fahren weiter zum Jökulsarlon.

Svartifoss zwischen schwarzen Basaltsäulen in Skaftafell Svartifoss

Mit dem Amphibienfahrzeug schippern wir eine halbe Stunde zwischen den Eisschollen, bestehend aus über tausend Jahre altem gefrorenen Wasser. Eine nette Zwischenunternehmung mit tollen Eindrücken und lehrreichen Informationen (Preis 2.900,—ISK pro Person).

 Eisberge in der Gletscherlagune Jökulsárlón Amphibienboot für Touren auf der JökulsárlónJökulsarlon

Fahren weiter nach Höfn, beziehen Quartier in einer netten Herberge am Hafen. Gehen noch shoppen – ich bekomme einen Isländerpulli (welcher in dreitägiger Handarbeit erst gestrickt und dann hoffentlich geschickt wird) und Bruno eine Außenwäsche.

Am Abend besuchen wir das Fischrestaurant “Humarhöfnin” und verspeisen jeweils eine große Portion Langusten (Eine ganze Languste plus 300g Langustenschwänze für 35,—€ !!). Anschließend gehen wir zurück in unsere Unterkunft und genießen das warme Zimmer.

Altes Handelshaus Kaupfélag in Höfn Humarhöfnin Restaurant

29 Juli

Höfn – Ostküste – Egilsstadir

Die Sonne scheint schon stark in unser Zimmer als wir aufstehen, nach einem guten Frühstück drehen wir noch eine Runde durch Höfn und machen die letzten Besorgungen für die Fähre und dem Auto lassen wir heute besondere Pflege (Abschmieren, Saugen, Waschen) zukommen.

Fischerboote im Hafen von Höfn

Wir fahren entlang der Küste und schon bald setzt Regen ein. In Djupivogur machen wir Rast, Suppe des Tages, Schoko- und Merengkuchen.

Kleiner Fischerhafen in den Ostfjorden

Weiter gehts immer der Küste entlang, trotz des Regens ein lohnenswerter Umweg.

Wolkenverhangener Fjord bei Egilsstaðir

Am Nachmittag treffen wir im bereits von vielen Fähr-Mitreisenden angesteuerten Egilsstadir ein. Mit Glück bekommen wir noch ein Zimmer in einem Guesthouse etwas außerhalb. Am Abend leere ich noch den Reservekanister und ein letztes Mal versuchen wir in einem Grill bei der Tankstelle ein ordentliches Essen zu bekommen. Wie nicht anders erwartet, war es auch diesmal kein kulinarisches Erlebnis. Zurück zum Quartier um uns die Sachen für die Fähre herzurichten.

Eine wunderschöne Reise neigt sich dem Ende!

30 Juli

Fähre und Rückfahrt

Um 6:40h beginnt der Tag, nach einem schnellen Frühstück machen wir uns auf nach Seydisfjördur wo wir auch gleich für die Fähre einchecken. Diesmal sparen wir uns zwar den Aufpreis für die Überhöhe, allerdings wird es dann in der Fähre schon recht eng für Bruno, doch trotz des Warnschildes MAX 1,90m geht alles gut und Bruno wird mit 1,97m wieder die Fähre verlassen.

Die Tage an Board wird fleissig Tagebuch geschrieben, gelesen und gefaulenzt.

Track unserer Islandreise

Karte mit dem gefahrenen Track unserer Islandreise 2009 Track in Gelb

+3.000km auf den verschiedensten “Strassen”

119 Furten durchquert

0 Pannen

– …und immer Glück mit dem Wetter!

Unser persönliches Island Fazit

 Die beschriebenen persönlichen Eindrücke unserer Islandreise gewannen wir während unseres ersten (in der Hauptsaison liegenden) Besuches im Land aus Feuer und Eis. Hier ist unser Fazit.

Kosten:

Die Ausgaben im Land halten sich in Grenzen. Dank des guten Wechselkurses sind die Preise für Treibstoff und Dinge des täglichen Bedarfs ca. gleich teuer wie zuhause. Eine sehr positive Überraschung für uns war, dass alle natürlichen Sehenswürdigkeiten (Wasserfälle, Nationalparks, ..) gratis sind. So haben wir in zwei Wochen kein einziges mal Eintritt bezahlt. Auch die Strassenbenützung ist generell gratis, lediglich für den Tunnel unter dem  Hvalfjoerdur bezahlten wir eine Gebühr. Die dringend notwendige Autowäsche (Waschen und Saugen) an Tankstellen ist gratis.

Essen:

In Reykjavik kann man, zu entsprechenden Preisen, ausgezeichnet speisen, am Land wird freundlich ausgedrückt “Hausmannskost” serviert und in den “Grills” bei den Tankstellen darf man sich nicht viel erwarten –  wenn das Essen einigermaßen warm ist sollte man schon zufrieden sein.

Ausrüstung:

Unser Reiseführer “Richtig Reisen. Island” (Sabine Barth/Dumont Verlag/2008) war uns ein sehr hilfreicher Begleiter, übersichtlich und alles gut beschrieben. Die auf der Fähre gekaufte Strassenkarte war ebenfalls tadellos, keine Fehler und sehr aktuell. Ideal ist allerdings die Island Topo von “Myfootprints.com” für das Navi. Außerdem: “Adventure in Iceland. Driving Routes, Hiking Trails and Stopping Places in the Highland of Iceland” (P.A. Àsgeirsson/Heimur/englische Ausgabe/2005) bietet 4×4 Routen mit tollen Wandertipps für zwischendurch.

Nicht im Reiseführer: Tanken im Hochland nur mit Kreditkarte und PIN möglich!

Auto top, aufgrund günstiger Wetterlage Umbauten vorteilhaft aber nicht notwendig

Übernachtung:

Kosten für einen Schlafplatz in vier Wänden: Mini Zimmer in einem Guesthaus am Myvatn kostet mit Frühstück 100,– €, ein vier Sterne Hotel in Reykjavik 107,– und ein ordentliches Zimmer in Höfn 83,—€

Campingplätze im Hochland kann man meiden. Außer einer eventuell vorhandenen/funktionierenden warmen Dusche gegen Aufpreis bieten sie – vor allem angesichts lärmender Mitcamper – keinen Mehrwert gegenüber einem Zeltplatz in freier Natur.

FAZIT

Ringstrasse meiden, früh aufstehen um die schönsten Plätze für sich allein geniessen zu können. Campingplätze im Hochland meiden, außer man hat eine Dusche dringend notwendig. Und: Island in seiner Einziartigkeit genießen – es ist wahrhaft unvergleichlich!

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