Mongolei 2010: Nördlich von Shine Ider – Morön (Morön, Mörön, Murun)

Heute morgen sind wir bei Regen und kaltem Wind aufgewacht – und später als geplant aufgestanden (halb neun). Weil’s demnach auch nicht so gemütlich ist, um im Freien zu frühstücken, fahren wir gleich nach kurzer Morgentoilette los Richtung Moron. Die Fahrt gestaltet sich ruckelig und herausfordernd wie immer … wir bringen Kilometer um Kilometer hinter uns. Die Landschaft hüllt sich in Regen und Nebel, die Nomaden treiben ihre Herden in Jurtennähe. 50 km noch bis Moron, hier machen wir kurz Halt für ein Frühstück (Marmeladebrot und Kaffee). In Moron angekommen erwartet uns ein anderes Bild, als im Reiseführer beschrieben. Keine “Ähnlichkeit mit einem sibirischen Dorf”, nein, eine viel größer als angenommene Stadt, eingestellt auf Tourismus und die Geschäfte voll mit chinesischer Importware. Nach einigen gedrehten Runden zur Orientierung entschließen wir uns für eine Übernachtung im Hotel “50° 100°” (es regnet noch immer in Strömen, eine Dusche könnte wahrlich nicht schaden). Das Hotel kostet 45 $ in einem ordentlichen und komfortablen Zimmer mit eigenem Bad, von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen, wie wir sie am Land kennen gelernt haben, ist hier aber wenig zu spüren. Ein Servicegedanke, wie man ihn als Mitteleuropäer versteht, befindet sich hier (wahrscheinlich) noch im Entstehen. 

Wir nehmen ein spätes Mittag-/frühes Abendessen zu uns im Restaurant des Hotels (sehr lecker!), und gehen anschließend in den Supermarkt zum Einkaufen. Trotz wesentlich größerer Verkaufsfläche als in den anderen Shops außerhalb von UB bietet sich hier jedoch dasselbe Bild in Sachen Verkaufssortiment. Gemüse, Obst und frische Zutaten bekommt man wohl, so haben wir im Vorbeifahren erspäht, ausschließlich auf dem nahegelegenen Markt. Immerhin!

Schaut man in die Straßen der Städte hier, bietet sich vor allem ein besonders trauriges Bild: Die Hunde, als Begleiter der Nomaden noch wesentlicher Bestandteil in deren Leben und mit einer Aufgabe versehen, streunen durch die Straßen. Sie sind den Menschen lästig, kränkelnd und immer auf der Suche nach Futter … meistens in dem in Hinterhöfen haufenweise herumliegenden Müll. 

Wetter: Nachts um 5°, früh Regen, nachmittags Regen bei 8 – 10°

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